NAJU auf den Spuren der Biber

Heim­lich sind sie, nicht zu hören, nicht zu sehen, aber beein­dru­ckend sind ihre Wer­ke der Nacht: gefäll­te Bäu­me, Bur­gen, was­ser­stau­en­de Däm­me, säu­ber­lich ent­rin­de­te Äste, Schleif­spu­ren zum Bach.

Die NAJU-Kin­der­grup­pen Horl­off­tal und Non­nen­roth luden kürz­lich zu einer span­nen­den Biber­ex­kur­si­on ein, bei der 25 Kin­der und ihre Begleit­per­so­nen die Mög­lich­keit hat­ten, mehr über die fas­zi­nie­ren­den Nager zu erfah­ren. Treff­punkt war der Spiel­platz von Hof Grass, von wo aus die Grup­pe unter der Lei­tung von Mari­on Berg­mann (NABU Horl­off­tal) sowie Gabi Kle­ber und Heinz Weiss (NABU Non­nen­roth) in den Lebens­raum des Bibers eintauchte.

Wäh­rend der Wan­de­rung erklär­te Mari­on Berg­mann anschau­lich, wie Biber als Land­schafts­ar­chi­tek­ten die Natur gestal­ten. Sie ernäh­ren sich rein vege­ta­risch, sind däm­me­rungs- und nacht­ak­tiv und nut­zen Zwei­ge, Äste und Rin­de sowohl als Nah­rung als auch als Bau­ma­te­ri­al für ihre Bur­gen und Däm­me. Die Exkur­si­ons­teil­neh­men­den erfuh­ren zudem, dass Biber das größ­te Nage­tier Euro­pas und das zweit­größ­te der Welt sind.

Beson­ders span­nend war die Fra­ge, was Biber im Win­ter machen. Die Tie­re hal­ten kei­nen Win­ter­schlaf, da ihre stän­dig nach­wach­sen­den Nage­zäh­ne sonst zu lang wür­den. Statt­des­sen sind sie auch in der kal­ten Jah­res­zeit aktiv, wenn auch weni­ger als im Som­mer. Sie fäl­len Bäu­me, um an Nah­rung zu gelan­gen, und ver­brin­gen viel Zeit in ihrer Burg. Zudem ist der Win­ter Paa­rungs­zeit, und jun­ge Biber müs­sen das elter­li­che Revier ver­las­sen, um sich einen eige­nen Lebens­raum zu suchen.

Eine Fami­lie besteht im Übri­gen, so Mari­on Berg­mann, aus zwei adul­ten Tie­ren und Jung­tie­ren aus zwei Gene­ra­tio­nen. Wenn Mama Biber neue Jun­ge bekommt, dann müs­sen die jugend­li­chen zwei­jäh­ri­gen Biber den Bau ver­las­sen und sich ein eige­nes Revier suchen. In den meis­ten Fäl­len erreicht nur ein Jung­tier eines Wurfs die Geschlechts­rei­fe und wan­dert meh­re­re Kilo­me­ter, um einen pas­sen­den Part­ner zu fin­den und sich nie­der­zu­las­sen. Die Revier­grö­ße ist abhän­gig vom Nah­rungs­an­ge­bot und kann 1–6 km lang sein.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt der Exkur­si­on war die Bedeu­tung des Bibers für das Öko­sys­tem. Durch das Auf­stau­en von Was­ser schafft er neue Lebens­räu­me für zahl­rei­che Tier­ar­ten wie Amphi­bi­en und Insek­ten. Auch die durch Biber gefäll­ten Bäu­me tra­gen zur natür­li­chen Ver­jün­gung der Ufer­ve­ge­ta­ti­on bei. Auf die Fra­ge, ob Biber für Men­schen gefähr­lich sei­en, erklär­te Mari­on Berg­mann, dass sie als Wild­tie­re den Kon­takt mit Men­schen mei­den. Aller­dings soll­ten Hun­de in Biber­re­vie­ren stets ange­leint wer­den, da sie eine Gefahr für Jung­tie­re dar­stel­len kön­nen. Die Exkur­si­on bot den Teil­neh­men­den wert­vol­le Ein­bli­cke in das Leben die­ser beein­dru­cken­den Tie­re und sen­si­bi­li­sier­te für deren Schutz. Die bei­den NAJU-Kin­der­grup­pen freu­en sich bereits auf wei­te­re span­nen­de Natur­er­leb­nis­se mit jun­gen Ent­de­cke­rin­nen und Entdeckern.

Fotos: Mari­on Bergmann

Text: Heinz Weiss, Mari­on Berg­mann & Anika Denninger